Der Unterschied zwischen deutschen und türkischen Busfahrern

Tuesday, October 12th, 2004 | Allgemein, Pia

Was mich in der Türkei sehr beeindruckt hat, war die Freude, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit, mit der uns überall begegnet wurde. Teilweise muss man natürlich auch sehr vorsichtig sein, oft ist es aber nur zu fremd, um als positiv wahrgenommen zu werden. Sich darauf einzulassen, ist durchaus eine Herausforderung.

Einfach war es bei Busfahrern:

Bremen: Wenn die Tür zu ist, und die Bahn auf die Ampel wartet (und das passiert häufiger, weil Haltestellen oft direkt vor Ampeln sind, dann bleibt die Tür auch zu. Keine Gnade. (Natürlich gibt es auch freundliche und aufmerksame Busfahrer, aber man erlebt eben auch ersteres häufiger als einem lieb ist.)

Antalya: Der Busfahrer hält. Immer. Und wenn er nicht sicher ist, ob du mitwillst, dann hupt er einmal kurz, um sicherzugehen, dass du den Bus nicht verpasst. Und wenn von hinten eine Haufen Leute heran rennen, dann wird eben auch gewartet. Und wenn du rauswillst, aber die Bushaltestelle ist nicht da, dann hält man eben so. Und auch an der Ampel kann man aus- und einsteigen. Und wenn man nur einen 50,- € Schein hat (Tip an Türkeifahrer: Nehmt viel Kleingeld und kleine Scheine mit), dann wird eben zusammengesucht, bis man die 49,- € Rückgeld zusammen hat. Und dabei gelacht. Dankeschön für die nette Erfahrung.

No Comments to Der Unterschied zwischen deutschen und türkischen Busfahrern

JAuNK
12. October 2004

… und fahren können die auch besser! Ich fühlte mich damals (vor 5 JAhren) mehr an ein Buszeitfahren errinert, als an an Passagierbeförderung! War gut!

Malte Diedrich
12. October 2004

Kommt drauf an, bei uns waren die Dolmus-Fahrer im Tempo irgendwo zwischen Fahrrad und Mofa angesiedelt. Reisebusse wiederum war ein anderer Schnack, die fahren halt bis zur automatischen Begrenzung und stoppen nur, um Zigaretten zu kaufen.

Richard
12. October 2004

In Deutschland ist es Vorschrift, dass die Busfahrer nicht zwischendurch halten und die Tueren oeffnen, obwohl schon abgefahren wurde. Da koennen die armen Menschlein nichts fuer.

Seid aber froh, dass Ihr nciht in Irland Busfahren muesst…

Malte Diedrich
12. October 2004

Warum überrascht es mich nicht, dass es eine Vorschrift über das Halten von Bussen gibt?

Was ist in Irland anders? Halten die da zur Sicherheit gar nicht?

Busfahrer
12. October 2004

Daß es eine Vorschrift zum Halten von Bussen gibt hat den Sinn, daß nicht jeder minderbemittelte Porschebesitzer alte Omis zu Brei fahren kann, die “mal eben schnell an der Ampel” rausgelassen werden (am besten auf dem linken Fahrstreifen) und über die Straße laufen.

Malte Diedrich
12. October 2004

Das hinkt gleich mehrfach. Erstens spricht niemand davon, dass die Leute auf dem linken Streifen rausgelassen werden sollen, zweitens würde ich schon der Kompetenz der Busfahrer vertrauen, wann es sicher ist, jemanden die Tür zu öffnen und auf die Verkehrskompetenz (und den Überlebenswillen) der Aussteigenden, auf andere Fahrzeuge zu achten. Ich bin nicht wirklich davon überzeugt, dass Autofahrer in der Türkei rücksichtsvoller sind.
Abgesehen davon scheint das in anderen Ländern (z. B. USA mit Schulbussen) ja auch machbar zu sein.
Übrigens darf man einen haltenden Bus nur äusserst vorsichtig passieren (was wohl im Stadtverkehr unter 10km/h bedeutet), allerdings ist das nicht wirklich Allgemeinwissen.

Malte Diedrich
12. October 2004

Ich muss mich mal selbst rügen, ich darf nicht immer alles glauben, was ich lese: Zumindest in Bremen ist das Entlassen von Fahrgästen sogar explizit möglich, zumindest abends in bestimmten Linien (letzter Absatz). Das kannte ich noch nicht, da haben die wohl ein paar türkische Busfahrer eingestellt :) .

Richard
13. October 2004

Wo in der Tuerkei bist Du eigentlich rumgekurvt? Istanbul? Oder irgendwo auf dem Land? Haengt naemlich auch immer von der Gegend ab. In der Stadt mit einem hohen Takt ist es sogar sinnvoll nicht an jeder Haltestelle 35 Minuten zu stehen, und immer noch einen Nachzuegler reinzulassen. Und an jeder Ecke zu halten und seine Fahrgaeste persoenlich mit einem Praesentkorb zu verabschieden.

Busse in Irland sind lebensgefaehrlich – sowohl wenn man drin ist als wenn nicht.

Malte Diedrich
13. October 2004

Alanya, sehr touristisch und eher städtisch geprägt. Präsentkorb? Hmmm, ganz neue Ideen: Z. B. mit Eintrittskarten zum Basar und so…

Richard
14. October 2004

Ja, und Luftabllons und Konfettiregen fuer jeden 100. Fahrgast!

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