Mein Respekt nach Bochum

Sunday, October 17th, 2004 | Allgemein

Lasst euch nicht erzählen, dass nicht tun und stillhalten besser wäre. Die Interessen der Kapitalvertreter sind nicht das Maß aller Dinge.

Der Sehpferd schrieb einen richtigen Kommentar hierzu. Beeindruckend sind auch die Solidaritätserklärungen auf Labournet, sie lassen erahnen, was möglich wäre.

No Comments to Mein Respekt nach Bochum

larsipulami
17. October 2004

“Wer hat uns verraten: Sozialdemokraten!” *g* Ich kann mich diesem Gedanken bei dem Clement-Aufruf nicht ganz verschließen. Aus der Arbeiterbewegung der 20er und 30er entstanden, sich noch auf dem letzten großen Geburtstag mit einer entsetzlich langen Ahnenreihe schmückend, zeigen diese Leute wieder einmal wie weit sie sich von ihren Wurzeln entfernt haben. Und trotzdem mag ich mich dem SPD-Bashing nicht einfach anschließen, sind die politisch mehrheitsfähigen Alternativen in diesem Land doch tiefschwarz und voll brauner Steilvorlagen.

Vielleicht ist dieses Land noch nicht so weit, aber es ist an der Zeit darüber nachzudenken was man ausser vollmundigen Solidaritätsbekundungen noch so alles tun kann. Wobei mir spontan der Spruch über die Nichtexistenz des ruhigen Hinterlandes einfällt.

Malte Diedrich
17. October 2004

Ich bin da auch sehr gespalten. SPD Bashing ist nicht wirklich mein Ding und es ist sowohl in der Tradition als auch in den Menschen (zumindest an der Basis) in dieser Partei nicht angemessen. Dazu kommt, dass ich einige der Reformen, wenn gleich sie auch schlecht gemacht sind, doch für nötig erachte und mir es da doch viel lieber ist, wenn die Roten dies tun, als dass die Konservativen es entweder komplett versauen oder einfach gar nichts tun.

larsipulami
18. October 2004

Die Konservativen, du meinst die denen ein Versprechen gegenüber ein paar Kumpels mehr wert ist als der Eid zum höchsten Amt des Landes den sie uns allen gegenüber (und ihrem Gott und so) geschworen haben? Die denen wir diesen heftigen Schuldenberg zu verdanken haben und die jetzt so heftig mit dem Finger auf andere Leute zeigen? Wenn’s nicht so real wäre wär’s glatt komisch.

Gute Leute an der Basis die eigentlich nur das Richtige[tm] tun wollen gibts fast überall. Und das kleinere Übel ist nach wie vor übel.

japan
18. October 2004

Hi,

in der Welt am Sonntag (ja Springer ich weiß) war eine nette Karikatur, die ich leider nicht online gefunden habe. Vor dem Werkstor von Opel stehen die Arbeiter und “informieren sich”. Aus dem Tor kommt ein Mann im Anzug und liest einen Brief vor: “sehr geehrte mitarbeiter. Dank ihres Engagements kam der Betrieb zum erliegen. Wir (General Motors) möchten ihnen dafür danken, denn wir hatten genau das selbe vor.”

- so ähnlich – fand ich passend – durch solche Aktionen rettet man keine Arbeitsplätze. Wer glaubt mit Streiks Arbeitsplätze zu sichern, der sichert die Arbeitsplätze in Polen. Warum sollte sich GM herablassen Streikende zu belohnen – die Pläne für eine Verlagerung der Produktion liegen eh schon in der Schublade.

Malte Diedrich
18. October 2004

Naja, so schnell schiessen die Preussen auch nicht. Zum einen kommt ja nicht nur die Produktion in Bochum zum Erliegen, sondern mit der Zeit auch in den anderen Werken. Zum zweiten gibt es einen Vertrag, der Werksleitung und Betriebsrat zu vertrauensvoller Zusammenarbeit verpflichtet und diesem Vertrag wird nicht nachgekommen, von Arbeitgeberseite wurden die Mitarbeiter nämlich noch gar nicht informiert. Drittens ist es (selbst wenn es nichts weiter bringt) dem Bewusstsein der Menschen zuträglich, wenigstens kämpfend untergegangen zu sein (auch wenn sich das pathetisch anhört, aber meinem Eindruck nach ist das auch eine wichtige Antriebskraft bei den Streikenden / Informierenden). Zuallerletzt wäre es eine Illusion zu glauben, durch Stillhalten würde man seinem Arbeitsplatz helfen, die Pläne zur Verlagerung liegen nämlich eh schon in der Schublade.

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