Carsten Stormer im Sudan

Tuesday, December 7th, 2004 | Uncategorized

Mein ehemaliger Mitbewohner, Carsten Stormer, ist zur Zeit im Sudan unterwegs. Einige ältere Leser kenne vielleicht noch sein Berichte aus Afghanistan. Hier sein erster Bericht aus dem Sudan, bzw. vom Weg dorthin, absichtlich uneditiert:

vorweg: diese tastatur hat keine gross und kleinschreibung, die kommataste funktioniert nur manchmal und hinter manchen tasten verbirgt sich nicht das, was draufsteht. Es kann auch sein, dass der strom wieder ausfaellt – seit einer stunde haben wir diesen durchgehend. ich bin jetzt schon anspruchslos…

also, ich bin gut im tschad angekommen. komischerweise fuehlte ich mich sofort wohl hier, obwohl ich erst nach 23 stunden flug, um vier uhr frueh ankam. eine wunderbare uhrzeit, wenn man keine ahnung hat wo man hin soll und wo man sich befindet und schon gar nicht weiss, was in den naechsten monaten passieren wird – ein grund fuer mich leicht aufgeregt zu werden aber in vorfreude auf die kommenden erfahrungen zu verfallen. bananenrepubliken und dritte-welt-laender aber scheinen immer kleine zufaelle parat zu haben, die diese reisen fuer mich so wertvoll machen.


umsteigen in addid abeba. ein junger mann, mit langen blonden haaren liegt im tiefschlaf auf den sitzen von gate 49 – transit nach ndjamena. soll ich ihn wecken? Na gut, verschlafen waere ungerecht, da der naechste flug erst naechste woche geht.
flughafen ndschamenq, vier uhr: wo soll ich hin? wohlwissend, dass der naechste taxifahrer den zehnfachen preis verlangen wird, nachdem er festgestellt hat, dass sich mein franzoesisch auf wenige hoeflichkeitsfloskeln beschraenkt und mein arabisch auf gott ist gross. da steht der blonde mann wieder neben mir. um vier uhr morgens spricht man nicht gerne, keiner. das mag an dem faulen geruch liegen, das flugzeugessen und zahnpastamangel verursachen. egal, dieser mann scheint sich auszukennen und das zaehlt. es stimmt und er laedt mich gleich zu den leuten ein, bei denen er wohnt. er ist ami und ein schzeitzer freund wartet seit stunden auf ihn am flughafen. wir fahren ins dunkelste gebiet von ndj und auf der fahrt stellt sich heraus, dass die beiden missionare sind, die zum schulen und kirchenbauen seit jahren in afrika leben. nun ja, missionare und ich vertragen sich ungefaehr so gut wie der teufel und das weihwasser. allerdings war ich zu muede, um mich als heide erkennen zu!
geben – ich wollte nur schlafen…
die unterkunft fuer die naechste nacht, war die einer schwarzen pastorenfamilie – alle haben namen wie: caleb, job, godwin,abraham, jared, etc. die beiden missionarsbuben standen ebenfalls vor einem grossem abenteuer: sie fahren zwei land rover in den suedsudan, durch den tschad und die zentralafrikanische republik.
um es kurz zu machen – ich befinde mich noch immer bei dieser familie und die christliche naechstenliebe, welche mir zuteil wird ist ueberwaeltigend. bin ich bekehrt? auf keinen fall – es hat auch keiner versucht aber wahrscheinlich bin ich in den letzyen jahren gegenueber der christlichen lehre toleranter geworden. ohne die hilfe dieser menschen haette ich wahrscheinlich schon laengst den heimflug wieder antreten muessen.
der tschad ist die typische bananenrepublik: jahrzehnte des krieges haben kriminalitaet und armut befluegelt, die infrastruktur ist nach wie vor zerstoert und dieses land wird von einem praesidenten regiert, der so beliebt ist, dass das militae selbigen vor dem volke schuetzen muss. Auch das militae, das vor dem praesidentenpalast spalier steht steht hoch im kurs – so sehr, dass in dieser strasse kein taxi sich zu fahren traut, zu gross ist die gefahr, dass ausversehen auf einen geschossen wird.
um mich in diesem land bewegen zu duerfen, benoetige ich eine reiseerlqubnis und eine fotogenehmigung und sinnigerweise liegen alle diese miniisterien und gebaeude, wo ich diese erhalte in der strasse des praesidentenpalastes. Grossartig. noch besser: diese dauern bis zu einer woche. warum? weiss ich auch nicht. stundenlang lief ich von ministerium zu ministerium und fand nur schlafende angestellte vor. die jenigen, die wach schuickten mich zu denen die schliefen und irgenwann gab ich frustriert auf.

Mist, der zweite teil folgt irgendwann. der generator hat nur noch fuer drei min strom. ich habe meine genehmigungen und fliege mit der uno am sa nach darfur. sollte es nochmal srom geben schreibe ich; ansonsten sind keine nachrichten gute nachrichen.

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