Archive for February 15th, 2005

Freiheit sichern durch Webseiten verbieten

Tuesday, February 15th, 2005 | Internet gucken, Universität | No Comments

An der TU Ilmenau scheint es (Gewalt) Drohungen gegen eine Studentin gegeben zu haben, und zwar auf dem Forum des chinesischen Studentenvereins. Die Uni reagiert da ganz angemessen:

Aus diesem Grund habe ich veranlasst, dass die verantwortlichen Administratoren des Forums sowie die Autoren der Beiträge ausfindig gemacht werden. Ich werde den Betroffenen eine Verwarnung aussprechen, die bei einem erneuten derartigen Verstoß gegen die Grundordnung und das Leitbild der TU Ilmenau entsprechend § 71 Absatz 1 Satz 2 ThürHG zum Widerruf der Immatrikulation an der TU Ilmenau führt.

Was den Rektor dann geritten hat, das muss man nicht mehr nachvollziehen:

Den Vorfall nehme ich außerdem zum Anlass, im Netz der Universität alle Websites, die nicht in deutscher oder englischer Sprache verfasst sind, ab sofort zu verbieten.

Unterzeichnet von Univ.-Prof. Dr. rer. nat. habil. Scharff

In diesem Zusammenhang:

Die Technische Universität setzt sich für Chancengleichheit und für ein günstiges soziales und kulturelles Umfeld ein. Sie verpflichtet sich zur Achtung aller Menschen unabhängig von ihrer sozialen, ethnischen und religiösen Herkunft. (…) Wir sind sehr stolz auf diese Errungenschaft der Demokratie und dulden deshalb keine Aktivitäten der Intoleranz oder der Beschränkung der Rede- und Meinungsfreiheit an unserer Universität.

zumindest solange sie in deutscher oder englischer Sprache schreiben.

(via dem Schrankmonster Blog)

Arcor, Siemens, Gutschrift

Tuesday, February 15th, 2005 | Treehuggin Posse | No Comments

Arcor hat mir einen Termin genannt: Am 7. März sollen wir auf Arcor umgeschaltet werden, dann mit Telefonflatrate und 2MBit DSL. Ausserdem soll auch das bestellte Telefon per Post demnächst eintrudeln. Allerdings ist das ein Siemens, und die haben gerade ziemlich schlechte Presse; ich habe aber kein Siemens Gigaset S1 colour (ein bisschen Google-Bombing) bestellt. Was mich wundern lässt: Arcor verspricht schon Gutschriften, falls das alles nicht klappt und ich länger als eine Woche kein Telefon habe. Das lässt optimistisch hoffen…

Humanität als Opfer der Bürokratie

Tuesday, February 15th, 2005 | Gastbeiträge | No Comments

Mein ehemaliger Mitbewohner, Carsten Stormer, ist im Sudan unterwegs gewesen. Einige ältere Leser kenne vielleicht noch seine Berichte aus Afghanistan. Hier eine weitere Mail aus dem Sudan:

Die junge Frau vom Stamm der Zhagawa hockt vor einem winzigen Feuer. Neben ihr kauern drei kleine Kinder – in zerrissenen T-Shirts und Shorts und drängen sie sich dicht an ihre Mutter. Je kleiner die Flammen werden, desto näher rücken sie an die wärmende Glut. Über dem Feuer kocht in einem alten Kessel Tee – Tee wärmt und er wird das einzig Warme sein, das die Frau und ihre Kinder vor einer kalten Nacht zu sich nehmen werden. Die Hirse in dem Jutesack reicht nur noch für wenige Tage – und nur für eine Mahlzeit am Tag. Ein eisiger Nachtwind facht das Feuer an und lässt die dünnen Zweige schneller abbrennen. Knochige Hände an dünnen Armen strecken sich dem wärmenden Feuer entgegen. Die Flammen züngeln und tanzen zwischen den Fingern. In den knorrigen Ästen eines Baumes hängt ein weiterer Topf – außer einer Decke, dem Jutesack und einer Strohmatte ist dies der einzige Besitz, den sie in Darfur mit auf die Flucht nehmen konnten. Mutter und Kinder starren in die Glut, als könnten sie in ihr lesen, was der nächste Tag bringt. Sie lauschen dem Knistern, als könnte es ihnen sagen, wann sie wieder etwas zu Essen bekommen.

Die Flammen des Feuers werden kleiner, immer kleiner bis auch die letzte Glut erlischt. In wenigen Minuten werden die Kinder zu weinen und zu schreien beginnen; wenn der eisige Nachtwind, die letzte Wärme aus den ausgezehrten Körpern getrieben hat. Die Kleinsten spüren es zuerst – ein Zittern, das in den Fußspitzen beginnt und dann den ganzen Körper erfasst, bis dieser unkontrolliert zu beben beginnt. Ein hungriger Körper leidet eher unter der Kälte – aber dafür umso stärker. Das Weinen wird bis zum Sonnenaufgang andauern, oder bis die Kehlen heiser geschrieen sind – wie verlorene Lämmer, die ihre Mütter nicht mehr finden. „Morgen“, sagt die junge Frau. „Morgen kommt jemand, um uns zu registrieren.“ Sie ist sich sicher – seit Tagen schon.

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Auf nach Khartum

Tuesday, February 15th, 2005 | Gastbeiträge | No Comments

Mein ehemaliger Mitbewohner, Carsten Stormer, ist im Sudan unterwegs gewesen. Einige ältere Leser kenne vielleicht noch seine Berichte aus Afghanistan. Hier eine Mail aus dem Sudan:

In einer der wenigen nicht zerstörten Hütten in dem Dorf Farawija in Nord Darfur sitzt Adam Ibrahim, Angehöriger des Stammes der Zhawaga. Auf seinem Schoß liegt eine Panzerfaust, hinter ihm stehen – ordentlich aufgereiht – Dutzende Kalaschnikows und G3 Sturmgewehre. Am Boden liegen einige Handgranaten und Bajonette. „S.L.A“, ruft der 23jährige und klopft sich mit der Faust auf die Brust. Er trägt einen gelben Turban über seiner Rastafrisur. Um seinen Hals, Oberkörper und Hüfte baumeln an Kordeln und Schnüren aufgereihte Lederbeutel, die mit Koransuren gefüllt sind – die Hijabs. Adam glaubt, dass diese Lederbeutel ihn vor den Kugeln seiner Feinde beschützen werden. Er zeigt auf die Waffen: „Die haben wir alle den Regierungstruppen abgenommen“, sagt er und klopft sich wieder stolz auf die Brust. „S.L.A“

Vor sechs Monaten flog die sudanesische Armee einen Angriff auf Adam’s Dorf. Dabei kamen seine Mutter, seine Schwester und sein Onkel ums Leben. Seitdem kämpft auf der Seite der Sudanese Liberation Army (SLA), einer der vielen Rebellengruppen. Äußerlich sind die SLA Kämpfer von anderen afrikanischen Rebellen kaum zu unterscheiden – sie tragen Turban, Ray Ban Spiegelbrille und Muskelshirts unter den Kaftanen. „Wir kämpfen für Frieden und die Gleichberechtigung der afrikanischen Stämme in Darfur“, sagt Adam voller Überzeugung – doch es klingt nach einer einstudierten Phrase.

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Lille/Stor

Tuesday, February 15th, 2005 | Allgemein | No Comments

Pia und ich waren am Freitag in Hamburg und haben unter anderem auch im schwedisch angehauchten Laden Lille/Stor (Klein/Gross) eingekauft. Dort kam es dann zu einem grossen Problem: Es gab ein Paar Schuhe von Zeha, die mir gefielen (Zeha Finalist in schwarz) und auch ein Paar Adidas, Chile 62 in Rot-Braun. Nach langem hin- und herprobieren gab es nur eine vernünftige Lösung:



Neue Schuhe, originally uploaded by Malte Diedrich.

Links die Zeha Finalist, rechts die Adidas 62

Hach, ich freu mich.

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