Archive for December 6th, 2005

Telefonbuchwidget und Fernsehwidget 1.7

Tuesday, December 6th, 2005 | Technik | Comments Off

Das Elbewerk macht auf ein neues Telefonbuchwidget aufmerksam, das einem die nervigen Telefonbuchwebseiten erspart:
 Blog 20051206 TelefonbuchwidgetEs ist übrigens beeindruckend schnell. Sehr schön. Ausserdem gibt es noch eine Kartendarstellung, Rufnummern werden auf Klick vergrössert und die Daten können ins Adressbuch übernommen werden. Cool.
Bild 3-6

Und Sebastian Kraus hat auf dem Weg zum digitalen Videorekorder sein Fernsehwidget auf Version 1.7 gehievt. Neu dabei: Unterstützung von EyeTV und Formac TV-Karten, so dass eine Aufnahmeprogrammierung aus dem direkt aus dem Widget heraus möglich ist. Ausserdem gibt es eine Fernbedienung für einige Handytypen, so dass man z. B. ein K750 als Fernsteuerung nutzen kann. Auch sehr schön.
 Widget Fernsehen Screenshots 1.7 Main View

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Butter selber machen

Tuesday, December 6th, 2005 | Allgemein | No Comments

Um meinem Blogtitel gerecht zu werden:
Making cultured butter at home
von Jonathan White.
Erinnert mich daran, dass ich bei einer Jugendfreizeit in Holland (bei der ich der Koch war) auch mal Butter so erschaffen habe. Die Jugendlichen hatten deswegen keine Schlagsahne auf dem Geburtstagskuchen, denn die handgeschlagene Butter (wir hatten keine Maschine) sieht auf Obstkuchen merkwürdig aus.
(via Frau Mutant)

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Kreo schreibt wahre Worte

Tuesday, December 6th, 2005 | Universität | No Comments

Prof. Dr. Hans-Jörg Kreowski
Fachbereich Mathematik/Informatik
Theoretische Informatik

Offener Brief an den Rektor der Universität Bremen
anlässlich seines Besuchs des Fachbereichs 3
am 12. Dezember 2005

Lieber Wilfried,

deinen Besuch des Fachbereichs Mathematik/Informatik am 12. Dezember 2005 möchte ich zum Anlass nehmen, ein paar Aspekte von Lehre und Forschung in der Informatik und darüber hinaus anzuschneiden.

Ich beginne bei der Theoretischen Informatik, die ich seit über 20 Jahren an dieser Universität vertrete. Die zweite Professur für Theoretische Informatik ist schon viele Jahre lang nur kurzfristig oder vertretungsweise besetzt, was notwendigerweise Einbußen bei mittel- und langfristigen Aufgaben mit sich bringt. Mit zwei Professuren ist die Theoretische Informatik ohnehin der Bereich, der im Gegensatz zur Praktischen und Angewandten Informatik in den letzten Jahren auf professoraler Ebene nicht ausgebaut wurde. Bei den Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (WiMis) hat es zwar eine Verstärkung durch eine halbe Lehrkraft für besondere Aufgaben gegeben; dafür ist aber die WiMi-Stelle, die zur zweiten Professur gehört, über zehn Jahre nicht verfügbar gewesen. Deshalb ist die Überlast der Informatik in den letzten Jahren bei der Theoretischen Informatik besonders spürbar. Das hat dazu geführt, dass trotz der Hilfe durch andere Arbeitsgruppen das Lehrangebot in Theoretischer Informatik schon lange dürftig ist. Ansonsten haben die Beteiligten die Zähne zusammengebissen und durch außerordentliche Anstrengungen Defizite ausgeglichen, so gut es irgend ging. Unter diesen Umständen ist es äußerst entmutigend, dass der Fachbereich und die Universität keine verlässlichen Arbeitsbedingungen garantieren, die zu Planungssicherheit führen und eine wenigstens mittelfristige Perspektive zulassen. Dazu wäre es insbesondere nötig, freiwerdende Stellen fach- und sachgerecht wiederbesetzen zu können, was seit Monaten allerdings nicht möglich ist. Es sei noch angemerkt, dass mangelnde Verlässlichkeit nicht nur Lehre (unter den Bedingungen der Überlast und überhaupt) unerträglich erschwert, sondern auch seriöse Forschung auf Dauer unmöglich macht, jedenfalls wo sie auf Teamarbeit angewiesen ist. Noch funktionieren Lehre und Forschung halbwegs akzeptabel. Wenn aber Ausstattung und Unterstützung weiter reduziert werden, führt das zwangsläufig zu quantitativen
und qualitativen Einbrüchen.

Auch wenn in der Theoretischen Informatik besondere Umstände herrschen, gilt das bisher Dargelegte in den wesentlichen Elementen für die ganze Informatik. Denn über viele Jahre hinweg musste und muss weiterhin mit einer Ausstattung, die in fast allen Belangen unter 100% lag und liegt, eine Lehrlast bewältigt werden, die 100% weit überstieg und nach wie vor deutlich darüber liegt. Dass das auf hohem qualitativen Niveau nicht lange durchzuhalten ist, sollte einleuchten. Das Problem besteht aber nicht nur in der tendenziell sinkenden Qualität, sondern auch in der wachsenden Gleichgültigkeit gegenüber dieser Entwicklung und in dem zunehmenden Neid auf alle Teile der Universität, die dem Druck der Lehre weniger ausgesetzt sind. Wenn sich nun noch auch nur annähernd bestätigen sollte, was als Gerücht die Runde macht, dass nämlich lediglich gut die Hälfte aller WiMi-Stellen der Informatik sicher finanziert sind und der Rest vielleicht bald wegfällt, lässt sich das Fach Informatik in seiner jetzigen Form nicht mehr verantwortbar aufrechterhalten. Wenn die Ausstattung gekürzt wird, müssen auch die Aufgaben beschnitten und die Ansprüche entsprechend herabgesetzt werden. Gute und sehr gute Leistungen in Lehre und Forschung lassen sich nicht erzwingen und sind nicht mit sicherem Erfolg planbar. Der Entzug notwendiger Mittel ist jedoch auf jeden Fall kontraproduktiv und lässt die Stimmung auf den Nullpunkt sinken. Von überbeanspruchten und frustrierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern darf man keine Spitzenleistungen erwarten.

Die kritische Lage der Informatik kann aber nicht isoliert gesehen werden, sondern muss auf die Universität insgesamt bezogen werden. Und da verdüstert sich die Einschätzung der Situation noch mehr. Da der Senat jüngst seine Finanzierungsverpflichtungen für die Universität aufgekündigt hat, um hohe Millionenbeträge einsparen zu können, sucht die Universität nun nach einem Weg, 50 von rund 300 Professuren abzuschaffen. Es werden also in den nächsten Jahren nur noch 80 bis 85 Prozent der Universität Bremen übrig bleiben. Das wäre nicht schlimm, wenn heute 20% zuviel wären oder 20% so schlecht arbeiteten, dass es besser wäre, auf sie zu verzichten. Aber Beides trifft wohl nicht zu. Deshalb sind die Sparauflagen ein Desaster: die “Stadt der Wissenschaft” will sich mit einer 80%-Universität begnügen. Es trifft sicherlich zu, dass die Haushaltslage Bremens katastrophal ist. Unter diesen Umständen wäre eine 20%-Kürzung der Universität vielleicht nachvollziehbar, wenn alle Aufgabenbereiche entsprechend eingeschränkt würden. Aber Bremen leistet sich gleichzeitig den Aufbau neuer An-Institute und das Haus der Wissenschaft und finanziert mit der International University Bremen eine Einrichtung mit, die sich eigentlich privat tragen soll. Die Kürzung der Universität Bremen ist also wohl eher eine Umverteilung, bei der einer großen wissenschaftlichen Einrichtung mit vielen vorzeigbaren Erfolgen in Lehre und Forschung Mittel entzogen werden zugunsten kleiner luxurierender Einheiten, deren Erfolgschancen vage sind und die einem fairen Vergleich mit der Universität vielleicht nicht standhalten könnten. Ich jedenfalls wundere mich sehr, dass kein großer Aufschrei durch die Universität geht. Ich wundere mich noch viel mehr, dass ein Wissenschaftssenator die drastische Beschneidung einer – wenn nicht der – Schlüsseleinrichtung in seinem Zuständigkeitsbereich und damit sein wissenschaftspolitisches Versagen anscheinend hinnehmen kann, ohne zum Rücktritt aufgefordert zu werden oder seinen Rücktritt anzubieten. Ich bin ja selbst daran ein wenig beteiligt, die Universität Bremen im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder voranzubringen, vielleicht sogar zu einer der im Rahmen der Förderlinie Zukunftskonzepte zehn meist geförderten Universitäten zu machen. Diese Vision droht zu einer Farce zu verkommen angesichts der tatsächlichen “Wertschätzung”, die die Universität wider allen Sonntagsreden bei der Bremer Politik genießt.

Mit freundlichen Grüßen (und trüben Gedanken)

Hans-Jörg

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